

Loy Krathong ist das romantische Wasserfest in Thailand, das übrigens auch zur Kultur in den Nachbarländern Kambodscha und Laos gehört. Übersetzt bedeutet Loy Krathong schwebendes Floß und deutet schon auf die Ausführung des hübschen Brauches hin. In dieser Vollmondnacht geht man ans Wasser, egal ob es sich um einen Fluss, See oder das Meer handelt und übergibt symbolisch mit dem Aussetzen des Krathongs den Ärger und die Sorgen des vergangenen Jahres an das Wasser. Ein paar gute Wünsche für das neue Jahr gehören natürlich auch zu dem Brauch.
Der Krathong besteht bestenfalls aus einer Scheibe einer gefällten Bananenstaude, die dann zunächst mit hübsch geformten Bananenblättern, dann herrlichen Blüten und zuletzt mit einer Kerze versehen wird. Die meisten der stolzen Krathongbesitzer fügen noch kleine Münzen als Gabe hinzu, mit dem Ergebnis dass das Meer voller Kinder und Jugendlicher ist, die die hinaustreibenden Krathongs nach diesen Gaben durchsuchen um ihr Taschengeld aufzubessern.
In den letzten Jahren ging der Trend wieder zur Verwendung natürlicher Materialien zurück die einfach umweltverträglicher sind, und statt einer Bananenstaude wird auch schon mal ein fester Brotteig als Grundlage verwendet. Den können dann die Fische verzehren wenn sie hungrig genug sind. Ärgerlich in diesem Jahr waren die vielen Plastikblumen auf den Krathongs, vermutlich im Grosseinkauf billiger als echte Blüten.
Ich hatte mich also für den Jomtien-Beach entschieden um meine Sorgen loszuwerden und war alles andere als allein. In Thailand ist alles bunter, so auch das abendliche Treiben am Strand. Überall waren Liegestühle und Tische aufgebaut, Fleisch auf dem Grill und das berühmte „Suckling Pig“, ein Ferkel am Spieß, durfte da natürlich nicht fehlen. Kalte Getränke und Thai-Whiskey sind auch immer ein Bestandteil einer Party und nun konnte es wirklich losgehen.
Schon lange ist es verboten an Stränden in Pattaya seine Waren zu verkaufen und Loy Krathong ist da keine Ausnahme. Die Verwendung von Feuerwerkskörpern ist noch strenger verboten, aber die Realität sah einmal mehr ganz anders aus. Wie sollten Krathongs, hübsche kleine Heißluftballons (Kom Loy) und die Kracher an den Strand und somit an den Kunden gelangen, wenn man sie da nicht anbieten durfte? Kein Thai lässt sich so ein Zusatzgeschäft nehmen und die Touristen waren wirklich dankbar dafür nicht alles selbst an den Strand schleppen zu müssen.
Abertausende von Ballons zu einem Stückpreis zwischen 50 und 100 Baht stiegen an diesem Abend in den Himmel und die angezündeten Feuerwerkskörper krachten, zischten und beleuchteten mit ihrem faszinierenden Farbenspiel den nächtlichen Himmel ununterbrochen. Plötzlich kam Bewegung in die Menge der Verkäufer die alle in eine Richtung davonliefen. Der Grund war 1 (ein!) Beamter der Stadt der scheinbar die Aufgabe hatte, illegale Käufe-, Verkäufe und die Benutzung dieser Artikel zu unterbinden. In Uniform gekleidet ging er nun auf vereinzelte Touristen zu und nahm den verdutzt Dreinschauenden den gerade erworbenen Ballon wieder aus der Hand, sofern dieser nicht schon auf dem Weg in den Himmel war. In die Nähe der gerade abbrennenden Feuerwerkskörper wagte sich niemand, auch er nicht! Exekutive, die ausführende Gewalt nennt man das wohl, touristenfreundlich ist das aber eher nicht. Nun war der Beamte ja allein, hatte einen Strand von ca. 5 Kilometern zu beaufsichtigen und war bald wieder verschwunden. Danach konnte der Abend störungsfrei fortgesetzt werden.



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